Ferrari und Fred Vasseur erleben in dieser Saison ein Wechselbad der Gefühle. Zwar ist das Team plötzlich auf dem Weg, zu einem echten WM-Kandidaten zu werden. Doch eigene Fehler machen mögliche Top-Ergebnisse immer wieder zunichte.
Zumindest Lewis Hamilton bringt in dieser Saison endlich konstant seine Leistung auf die Strecke. In der Fahrwertung ist er 2. 50 Punkte hinter Antonelli und 31 Zähler vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc.
Fred Vasseur warnt seine Fahrer. © Bearne / XPB ImagesVasseur hofft auf Fairness zwischen seinen Fahrern
Doch der Rückstand von Leclerc ist in der zweiten Saisonhälfte natürlich locker aufzuholen. Und der Monegasse zeigte vor allem in der Schlussphase der 1. Saisonhälfte, dass auch er noch überragende Leistungen erzielen kann, auch wenn er sich schwerer tut als der Rekordweltmeister.
In einem Interview mit AutoHebdo machte Fred Vasseur nun klar, dass er hofft, dass das Duell zwischen seinen Fahrern fair bleibt.
„Ein Teil der Performance entsteht immer aus dem Vergleich zwischen den beiden Fahrern. Das ist bei uns so, aber auch bei McLaren und Mercedes. Bei Red Bull gilt das in geringerem Maße, aber dafür gibt es andere Gründe. Mercedes und McLaren befinden sich diesbezüglich in der gleichen Situation wie wir. In einer Woche liegt der eine vorne und in der nächsten Woche ist es genau andersherum. Das gehört zum Spiel.“
Egal wie eng das Duell der Ferrari-Piloten noch werden könnte, der Teamchef erwarte, dass Hamilton und Leclerc „das Team respektieren, genauso wie wir sie respektieren“.
Bislang gab es zwar das ein oder andere heiße Duell, doch im Grunde scheinen sich beide Piloten zu verstehen, auch wenn die beiden Top-Fahrer natürlich den eigenen Erfolg im Auge haben.
Lewis Hamilton und Charles Leclerc bilden ein starkes Team. © Patching / XPB ImagesPushen sich Leclerc und Hamilton gegenseitig?
Doch beide lernen auch voneinander. Leclerc machte in der Vergangenheit immer wieder klar, dass er von Hamilton einiges gelernt habe, und innerhalb dieser Saison entschied er sich, das Bremssystem des Briten zu übernehmen, um besser klarzukommen.
Auch Vasseur glaubt, dass beide Fahrer zurzeit eher für den Erfolg des Teams sorgen und ihn nicht verhindern.
„Ich sehe, wie sie zusammenarbeiten und sich gegenseitig dazu antreiben, bessere Leistungen zu bringen. Dadurch machen auch wir Fortschritte, weil sie in jeder Runde 110 Prozent geben. Selbst im Freien Training ist es für sie das Wichtigste, vor ihrem Teamkollegen zu landen.“
Sollten beide Fahrer allerdings wirklich noch in den WM-Kampf eingreifen können, wird man sehen, ob es bei Ferrari weiterhin so harmonisch funktioniert. Denn dann sind Formel-1-Fahrer vorwiegend eins – Egoisten und Konkurrenten.

































