In der letzten Ausgabe Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, vor der Sommerpause, durften Marc Surer und Niels Wittich die bisherige Saison der Teams bewerten.
In Teil 3 geht es um die Teams, die in dieser Saison bislang den besten Job machen: McLaren, Ferrari und Mercedes.
Lando Norris konnte in Ungarn triumphieren. © Moy / XPB ImagesMcLaren: Aufschwung geht laut Wittich weiter
Für McLaren startete das Jahr überhaupt nicht gut. Technische Probleme machten dem Team zu schaffen. Auch die Form von Oscar Piastri ist nicht die beste. Trotzdem zeigte der Sieg von Lando Norris, das mit dem Rennstall immer noch zu rechnen ist.
Auch Wittich machte klar, dass mit McLaren auch in der zweiten Saisonhälfte zu rechnen ist, da der Sieg Selbstvertrauen gebracht hätte und man nun wieder konstanter performen würde.
„Sie sind doch langsam wieder auf dem Weg nach vorne und ja, auch relativ konstant. Ich meine, einen technischen Ausfall kann es immer mal geben, das passiert. Aber ansonsten, ja, bin ich positiv gestimmt, dass es so weitergeht nach der Sommerpause.“
McLaren hat weiterhin große Ambitionen, auch wenn beide Weltmeisterschaften bereits jetzt nahezu unerreichbar sind. Doch um Siege wird der Rennstall ganz sicher auch in einigen Rennen der zweiten Jahreshälfte mitfahren.
Kann Ferrari Mercedes noch angreifen? © Patching / XPB ImagesFerrari: Surer mit Kompliment an die Scuderia
Bei Ferrari ist die Saison ein einziges Auf und Ab. Immer wieder konnte vor allem Lewis Hamilton überzeugen, doch am Ende konnte das Team aufgrund von Leistungsproblemen und Strategiefehlern nur zwei Siege einfahren.
„Der Ferrari ist absolut konkurrenzfähig, aber offensichtlich nicht auf jeder Strecke. Meiner hängt das ein wenig mit dem Speed auf der Geraden zusammen, da haben sie einfach noch Nachholbedarf. Und wenn sie das schaffen, dann können sie aus eigener Kraft auch überall Rennen gewinnen.“
Die zahlreichen Strategiefehler seien für den Schweizer vollkommen normal. Er kenne es nicht anders vom italienischen Rennstall.
„Ja, das hat Tradition bei Ferrari, dass immer mit der Strategie irgendwas schiefgeht, wenn sie ein schnelles Auto haben. Erstmal ein Kompliment an Ferrari, die haben richtig ein gutes Auto gebaut.“
Doch auf der Geraden habe man auch in Ungarn gesehen, dass man weiterhin Probleme habe. Hamilton sei deshalb nicht an Antonelli vorbeigekommen. Er hoffe, dass Verbesserungen kommen würden, die dieses Problem beheben.
George Russell befindet sich in einer Krise. © Batchelor / XPB ImagesMercedes: Team Top, Russell Flop?
Und dann ist da natürlich noch Mercedes. Die meisten Poles, die meisten Siege und mit Kimi Antonelli hat man auch noch den derzeit wohl besten und konstantesten Fahrer.
Surer freut sich allerdings, dass sich in den vergangenen Wochen das ein oder andere Problem beim Top-Team eingeschlichen hat.
„Ich bin froh, dass sie nicht so überlegen sind, wie es Anfang des Jahres ausgesehen hat, wo sie praktisch alles gewonnen haben, bis endlich mal jemand anders vorne gestanden hat. Aber grundsätzlich war der Zeitabstand nie so groß, dass wir Angst haben mussten, dass es eine langweilige Meisterschaft gibt.“
Doch trotzdem machte er klar, dass Mercedes derzeit „alles richtig“ machen würde. Das einzige Problem sei, dass Russell jetzt ein bisschen abgedriftet sei. Auch Wittich sieht die Russel-Schwäche kritisch.
„Für mich ist die größte Baustelle, dass George mental nicht so stabil dasteht. Das habe ich ja schon ein paar Mal gesagt dieses Jahr. Ich glaube, dass die Fehler, die passieren, irgendwie immer noch nicht den perfekten Umgang mit dem Fahrzeug darstellen, und da wohl der Fehler doch eher bei ihm liegt.“
Antonelli sei hingegen stabil und würde, egal von wo er ins Rennen gehe, immer abliefern. Technisch seien die Ausfälle, die Mercedes hatte, zu verkraften. Alles in allem sei „das Fahrzeug stabil“.
Nun müsse man es hinbekommen, dass beide Fahrer regelmäßig Top-Ergebnisse liefern, um am Ende ganz vorne zu stehen. Das sei „der Punkt, an dem es momentan noch ein bisschen hapert“. Mercedes bleibt das Maß aller Dinge – doch das Halbzeitzeugnis zeigt, dass die Konkurrenz nicht schläft.


































