Kimi Antonelli holte sich in Madrid seinen achten Sieg der Saison. Obwohl er sich über den Sieg freute, ließ ihn einen Gedanken nicht los. Der junge Italiener machte deutlich: Er findet, jemand anderes hätte den Sieg mehr verdient als er.
Eine innige Umarmung für den laut Antonelli wahren Sieger Lando Norris | © Batchelor / XPB ImagesAntonelli: „Der Sieg fühlt sich nicht so gut an“
Kimi Antonelli profitierte vom Timing des virtuellen Safety Cars und konnte am Ende so Lando Norris den Sieg wegschnappen. Norris, der von der Pole Position losfuhr, landete am Ende nur auf dem dritten Platz. Der amtierende Weltmeister war sichtlich geknickt nach dem Rennen. Kimi Antonelli zeigte hier wahre Größe und Sportgeist.
Schon im Cooldown-Room ließen sowohl er als auch der Zweitplatzierte Verstappen Norris in der Mitte der Couch sitzen – ein Platz, der eigentlich dem Sieger des Rennens reserviert gilt. Auch nach dem Rennen machte der Mercedes-Pilot mehrmals deutlich: Er hat zwar das Rennen gewonnen, aber verdient hätte es Lando Norris.
„Es ist schön zu gewinnen, aber es fühlt sich nicht ganz so gut an, weil ich finde, dass Lando den Sieg heute verdient hätte“, sagte der 20-Jährige zu F1TV.
Lando führte das Rennen an und war einfach super unglücklich mit dem [virtuellen] Safety Car.
Außerdem verriet er, dass ihm sein Renningenieur sagte, dass man vermutlich ein VSC ausrufen wird. Antonelli drosselte dadurch seine Geschwindigkeit – im Gegensatz zu Norris – und passte damit das perfekte Timing zur Boxeneinfahrt ab.
„Aber alles in allem – wir nehmen das so mit. Abgesehen davon war es ein sehr starkes Rennen. Ich glaube, vor allem am Ende hatten wir auf den harten Reifen ein wirklich gutes Tempo, und jetzt machen wir weiter so“, führte er weiter aus.
Antonelli zeigte in diesem Moment fairen Sportsgeist. Obwohl es sich bei den beiden um Konkurrenten handelt, ist für ihn Lando Norris der Sieger – auch wenn am Ende sein eigener Name auf dem Tableau steht.
Nach dem Rennen gab es eine ausgiebige Champagner-Dusche für Antonelli | © Batchelor / XPB ImagesEr möchte noch nicht an WM-Titel denken
Aktuell hält Antonelli einen Abstand von 81 Punkten auf Teamkollege Russell in der Fahrerwertung. Mit nur noch neun Runden scheinen alle Zeichen darauf zu deuten, dass man ihn zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte krönen wird. Doch genau daran möchte der Italiener gar nicht denken.
Genau das möchte ich nicht tun. Ich will von Rennen zu Rennen weiter Gas geben – weiterhin gute Leistungen bringen und dabei Spaß haben –, in jedem Rennen mein Bestes geben, und dann werden wir sehen, wo wir am Ende des Jahres stehen.
Kimi Antonelli hat ganz klar das Zeug dazu dieses Jahr Weltmeister zu werden. Rechnerisch haben natürlich auch noch einige andere Fahrer die Chance auf den Titel. Voreilige Schlüsse ziehen sollte man dementsprechend noch nicht.































