Cadillac hat das Ziel, irgendwann in der Formel 1 um Siege mitzukämpfen. Da man vor allem in Europa durch die große Konkurrenz wenig Talente an Land ziehen kann, könnte vielleicht ein Umzug des Teamzentrums aus Großbritannien in die USA helfen.
Laut dem Podcast Paddock Access soll das Team mittlerweile sogar Mitarbeiter unter Druck gesetzt haben, in die USA zu ziehen oder sich einen neuen Job zu suchen.
Pat Symonds hat über die Cadillac-Pläne gesprochen. © IMAGO / Michael PottsSymonds bestätigt USA-Pläne von Cadillac
Pat Symonds, leitender technischer Berater bei Cadillac, erklärte gegenüber der Zeitschrift Autocar, dass es durchaus Pläne gibt, das Zentrum in die USA zu verlegen.
„Wir bauen das Projekt zwangsläufig von Großbritannien aus auf. Dort befindet sich ein Großteil des entsprechenden Fachwissens. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Silverstone, ganz sicher, was das Chassis und den Rennsport angeht. Die Idee ist, alles in die USA zu verlagern. So wird beispielsweise ein neuer Simulator im Gebäude in Indianapolis installiert.“
Indianapolis soll schon bald „den Großteil der Produktion übernehmen, die derzeit noch in der europäischen Lieferkette angesiedelt ist.“ Das Konzept-Design soll allerdings noch für einige Zeit in Silverstone verweilen.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob nun bereits wirklich Druck auf die Mitarbeiter des Rennstalls gemacht wird.
Kann Budkowski Cadillac nach oben führen? © Batchelor / XPB ImagesBudkowski verweist auf neue Fabrik in Silverstone
Doch diese Gerüchte sind haltlos, zumindest, wenn es nach den Aussagen des neuen Teamchefs Marcin Budkowski gegenüber planetf1 geht.
„Manchmal neigt die Formel 1 dazu, ein wenig auf sich selbst bezogen und ein geschlossenes Feld zu sein. Ich glaube, es gibt überall auf der Welt viel Talent, insbesondere in den USA. (…) Abgesehen davon haben wir gerade eine neue Fabrik in Silverstone eröffnet. Wer Zweifel daran hat, dass es sich um eine dauerhafte Einrichtung handelt, sollte vorbeikommen und sich das ansehen, denn es ist ziemlich beeindruckend.“
Man habe zwar auch sehr viele Pläne in den USA, alle Gerüchte, die in die Richtung gingen, dass man bereits in Kürze dorthin umziehe, seien allerdings nicht richtig. Vor allem die „beeindruckende Fabrik“ in Silverstone zeige das.
Cadillac muss zuverlässiger werden. © Moy / XPB ImagesErst die Zuverlässigkeit – dann die Leistung
Nun geht es sowieso erst einmal darum, das Team aus dem Tabellenkeller der Formel 1 zu holen. Budkowski machte klar, dass es bereits gute Dinge gebe, auf die man aufbauen könnte, doch kurzfristig und langfristig wären auch einige Hürden zu meistern.
„Kurzfristig gesehen natürlich die Zuverlässigkeit. Wir haben gesehen, dass wir in einigen Bereichen damit zu kämpfen hatten, und es geht einfach darum, die operative Exzellenz auf das Niveau zu bringen, auf dem sie sein sollte – was derzeit noch nicht das Niveau eines Spitzenteams ist, aber das ist verständlich. Langfristig zeichnen sich einige klare Prioritäten ab, was wir tun müssen und was wir besser machen müssen, vor allem um unsere Leistung und unser Tempo zu verbessern.“
Der neue Cadillac-Teamchef wollte allerdings nicht verraten, welche genauen Maßnahmen er vollziehen wird.
In diesem Jahr sollten sich die Fans des Teams allerdings nicht allzu große Hoffnungen auf eine signifikante Verbesserung machen. Zu groß ist der Abstand zu den anderen Teams. Budkowski hat eine Menge Arbeit, um Cadillac mittelfristig zumindest zu einem Punktekandidaten zu formen.































