Das Qualifying in Sao Paulo stand im Zeichen massiver Motorenstrafen und drohender Wetterprobleme.
Während Verstappen, Lewis Hamilton (nach einem Defekt im dritten Training komplett neue Power Unit) und Sergio Perez ans Ende des Feldes zurückversetzt werden, müssen auch Charles Leclerc (+10 Plätze) und George Russell (+5 Plätze) Startplatzstrafen hinnehmen.
Damit lag der Fokus im Kampf um die Pole-Position primär auf Antonelli, der befreit ins Qualifying ging, sowie auf Lando Norris im straffreien McLaren.
Die vielen Rückversetzungen garantierten eine stark durchmischte Startaufstellung und boten Fahrern aus dem Mittelfeld die seltene Chance auf Spitzenplätze in den Top 10. Zudem drohte in Interlagos jederzeit Regen, was die Ausgangslage für das Qualifying zusätzlich brisant machte.
Bernd Mayländer fuhr in den ersten 90 Minuten des Qualifyings mehr Runden als die F1-Piloten. © Patching / XPB ImagesDas Wetter spielte direkt verrückt in Sao Paulo
Wie erwartet, ging das Qualifying in Sao Paulo bei Regen los. Allerdings zogen alle Teams zunächst Intermediate-Reifen auf, was sich als Fehler erwies. Einige Fahrer wurden mit der grünen Flagge in der Pitlane gehalten und von ihren Mechanikern in die Box zurückgeholt, um die vollen Regenreifen anzulegen.
Wenige Fahrer trauten sich mit den grünen Reifen auf die Strecke, doch der neue Weltmeister Antonelli funkte zügig, dass er bereits Aquaplaning erlebt hatte. Als die ersten Fahrer zurück an die Box kamen, wurde das erste Segment mit einer roten Flagge unterbrochen, da die Strecke zu stark vom Wasser überflutet war, um weiterfahren zu können.
In den darauffolgenden 40 Minuten versuchten die Streckenposten alles, um die Strecke wieder fahrbar zu machen. Das Medical- und Safety-Car fuhren abwechselnd um den Autodromo Jose Carlos Pace, um die Situation zu bewerten. Kurven 2 bis 5 erwiesen sich als das größte Problem. Dort stand das Wasser und konnte nicht wirklich abfließen, sodass an Hochgeschwindigkeitsrunden gar nicht zu denken war.
Die Bedingungen schienen sich zunächst zu bessern. Das Safety Car fuhr erneut Runden, um die Streckenbegebenheiten zu überprüfen. Dann kam die schlechte Nachricht: Der Regen nahm wieder zu, und laut Bernd Mayländer veränderten sich die Bedingungen erneut ins Negative; das Wasser blieb erneut auf der Strecke stehen.Er erklärte:
Man kann da nicht fahren, es ist zu gefährlich… Wir hatten nicht mit so viel Regen gerechnet, aber in Interlagos kann sich das Wetter schnell ändern. Mal sehen, was in den nächsten 10 bis 15 Minuten passiert, und dann versuchen wir es noch einmal.
Nach knapp 90 Minuten kam dann die Entwarnung und das Qualifying konnte wirklich beginnen.
Rafael Camara startete gut in das Qualifying in Sao Paulo, erlebte dann allerdings eine Berührung mit der Bande. © Rew / XPB ImagesProbleme für die Brasilianer, dennoch erster Erfolg für Camara
Rafael Camara und Gabriel Bortoleto hatten beide enorme Probleme im ersten Qualifying-Segment in Sao Paulo. Camara drehte sich zwischen Kurve 3 und 4 und zog dabei einen leichten Schaden am Auto mit sich.
Auch Bortoleto machte einen Ausritt ins Nass und berührte die Bande leicht. Er musste daraufhin in die Boxengasse zurückkehren, da der Heckflügel zu stark beschädigt war. Er konnte keine weitere Zeit setzen.
In der letzten gezeiteten Runde schaffte Camara jedoch den Sprung auf Platz 15, was ihm einen Platz im zweiten Segment des Qualifyings sicherte. Dort allerdings crashte er auf seiner letzten Runde. Damit wurde das Q2 mit einer roten Flagge beendet.
Verstappen setzte in Q2 keine Rundenzeit, da er aufgrund der Strafen das morgige Rennen ohnehin von ganz hinten starten muss.
Erneute Enttäuschungen und erste Erfolge
Die rote Flagge führte zum erneuten Ausscheiden von Oscar Piastri im Q2 in Sao Paulo. Der Australier sah das ganze Wochenende schon schwächer aus als Teamkollege Lando Norris, der sich auf Intermediate-Reifen die schnellste Runde sicherte, bevor der Regen wieder stärker wurde und die Zwischenreifen die schlechtere Wahl waren.
Fernando Alonso hingegen brachte seinen Aston Martin erneut bis ins Q3. Er konnte sich auf P9 vorkämpfen, die beste Startposition des Spaniers in diesem Jahr.
George Russell erlebte ein weiteres schlechtes Wochenende. Seine Runde auf den Intermediates war Anwärter auf eine Pole-Runde, doch ihm wurde von seinem Renningenieur gesagt, die Runde abzubrechen. Der stark einsetzende Regen verhinderte, dass er eine konkurrenzfähige Runde gegen Norris fahren konnte. Der Brite beschwerte sich lautstark am Boxenfunk.
Das Qualifying-Ergebnis in Sao Paulo
| Platz | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1. | Lando Norris | McLaren | 1:27.470 |
| 2. | George Russell | Mercedes | +0.204 |
| 3. | Kimi Antonelli | Mercedes | +0.625 |
| 4. | Charles Leclerc | Ferrari | +0.819 |
| 5. | Liam Lawson | Racing Bulls | +0.851 |
| 6. | Nico Hülkenberg | Audi | +1.198 |
| 7. | Isack Hadjar | Red Bull | +1.293 |
| 8. | Oliver Bearman | Haas | +2.361 |
| 9. | Fernando Alonso | Aston Martin | +2.841 |
| 10. | Alex Albon | Williams | +2.986 |
| 11. | Lewis Hamilton | Ferrari | |
| 12. | Oscar Piastri | McLaren | |
| 13. | Rafael Camara | Haas | |
| 14. | Arvid Lindblad | Racing Balls | |
| 15. | Carlos Sainz | Williams | |
| 16. | Max Verstappen | Red Bull | |
| 17. | Franco Colapinto | Alpine | |
| 18. | Pierre Gasly | Alpine | |
| 19. | Lance Stroll | Aston Martin | |
| 20. | Valtteri Bottas | Cadillac | |
| 21. | Sergio Perez | Cadillac | |
| 22. | Gabriel Bortoleto | Audi |































