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Meinung & Kommentar

Reglement-Änderungen in der Formel 1: Fahrer und Fans dürfen nicht naiv sein

Die FIA hat mit den Teams zusammen Änderungen am Reglement beschlossen. Doch Fahrer und Fans dürfen nun nicht naiv sein.

© Batchelor / XPB Images

Nach der anhaltenden Kritik der Fahrer hat die FIA gemeinsam mit den Teams entschieden, das Reglement abzuändern. Vor allem die Sicherheitsbedenken und Qualifyingprobleme sollen nun behoben werden.

Auch ins Rennen soll eingegriffen werden. Einfach gesagt geht es darum, dass die Fahrer weniger Energie sparen oder sammeln müssen. Die Boliden sollen wieder mehr gepusht werden können.

Aber werden diese Reglement-Änderungen die Rangordnung verändern? Wird es jetzt vielleicht noch spannender?

Toto Wolff wird keine größeren Regeländerungen wollen. © Batchelor / XPB Images

Top-Teams schauen genau auf mögliche Reglement-Änderungen

Wenn in ein bestehendes Reglement eingegriffen wird, kann man sich sicher sein, dass vor allem die Teams, bei denen es gut läuft, genau hinschauen. Deshalb sollte man sich erst einmal nicht zu viele Hoffnungen machen.

Nicht nur Mercedes, auch ein Team wie McLaren, das endlich in der Saison angekommen ist, will natürlich nicht, dass Red Bull plötzlich wieder um Siege mitfährt. Gut, der österreichische Rennstall hat ganz andere Probleme, trotzdem könnten gewisse Änderungen den Bullen helfen.

In Miami sollen die Reglement-Anpassungen getestet und danach fest ins Reglement aufgenommen werden. Mehr pushen und weniger aufladen würde wahrscheinlich jedem Formel-1-Fan gefallen. Doch, obwohl die FIA optimistisch klingt, ist es völlig unklar, ob es wirklich so viel besser wird.

FIA-Boss Mohammed Bin Sulayem und Formel-1-Boss Stefano Domenicali stehen unter Druck. © Batchelor / XPB Images

Größere Änderungen frühestens im nächsten Jahr wahrscheinlich

Toto Wolff sagte in den letzten Tagen, man dürfe nicht mit „dem Baseballschläger“ ans Reglement gehen, und das wird auch nicht passieren. Weitere Änderungen sind nicht auszuschließen, doch man sollte nicht naiv sein und denken, die neue Ära wird noch in diesem Jahr auf links gedreht.

Fahrer wie Max Verstappen werden auch mit den beschlossenen Anpassungen nicht wirklich glücklich sein. Der Niederländer bekräftigte zuletzt, dass es sich um ein generelles Problem handelt. Er selbst kommt mit der neuen Ära der Formel 1 nicht klar und wird damit in dieser Saison auch nicht mehr warm werden.

Sollte der Druck auf die FIA weiter steigen, ist zumindest ein Szenario realistisch: größere Eingriffe für die nächste Saison. Das wird Toto Wolff und Co. wahrscheinlich auch nicht gefallen, doch die Formel 1 wird genau darauf schauen, wie sich die Popularität in diesem Jahr entwickelt.

In diesem Jahr haben unterlegene Teams zumindest eine Hoffnung: ADUO. Doch auch in diesem Punkt gibt es Diskussionsbedarf, denn Wolff machte klar, dass er eigentlich nur einen Motorhersteller sieht, der Probleme hat. Nach Miami soll entschieden werden, welche Hersteller den Motor weiterentwickeln dürfen. Das Konfliktpotenzial ist groß.

Carlos Sainz (r.) gehört zu den großen Kritikern des Reglements. © Bearne / XPB Images

Gibt es ein Kommunikationsproblem zwischen Teams und Fahrern?

Eine große Frage gibt es dann doch: Reden die Teams nicht mit ihren Fahrern? Das neue Reglement wurde einstimmig beschlossen und damals gab es wenig bis gar keine Kritik.

Nun ist plötzlich alles schlecht und nahezu jeder Fahrer ist unzufrieden. Entweder haben sich viele Stars vorher nicht mit dem neuen Reglement befasst oder aber den Verantwortlichen war es egal.

Vielleicht ist das auch ein Learning, das man für das neue Reglement, das 2031 eingeführt werden soll, mitnehmen kann. Die FIA, die Formel 1 und die Teamchefs müssen enger mit den Fahrern zusammenarbeiten. Denn unzufriedene Fahrer, färben auf das gesamte Umfeld und nahezu jeden Fan ab. Das schädigt langfristig den Ruf der Formel 1.

Eigentlich könnte man denken, dass sich mittlerweile in der Königsklasse alles eingespielt hätte. Doch am Ende merkt man, dass es in allen Bereichen (vorwiegend in der Kommunikation) noch Nachholbedarf gibt. Die Formel 1 boomt noch immer, doch die DNA ist in Gefahr.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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