Die Situation bei Mercedes wird nach einem eher entspannten Saisonstart verzwickter. Ferrari mauserte sich in den letzten Wochen zu einem echten Konkurrenten und das teaminterne Duell sorgt für ordentlich Diskussionen.
Viele Fans und Experten sehen in Kimi Antonelli den Nr.-1-Fahrer und fordern, dass der Italiener gegenüber George Russell bevorzugt werden sollte.
© Batchelor / XPB ImagesAllison dementiert Bevorzugungs-Mindset bei Mercedes
In der „Nu Silver Arrows Radio Show“ machte der Technische Direktor von Mercedes, James Allison, nun klar, dass man daran überhaupt nicht denken würde.
Denn wenn man in ein Team wie Mercedes käme, wäre man sofort „von der Kultur dieses Teams durchdrungen“.
„Man würde verstehen, wie völlig fremd dieser Gedanke für jeden in einem Team ist, und wenn wir ihn hören, ist es, als würden wir eine andere Sprache hören; es ist eine Diskussion, die man niemals gewinnen kann, weil beide Seiten einfach völlig voneinander losgelöst sind, denn es liegt in unser aller Interesse, dass beide unserer Fahrer erfolgreich sind.“
Für Allison gäbe es nur einen Grund, um einen Fahrer zu bevorzugen. Sollte einer der Fahrer rechnerisch nicht mehr Weltmeister werden können und ein anderer Fahrer kämpft mit einem Konkurrenten eines anderen Teams um die WM, dann könnte es eine Stallorder oder Ähnliches geben.
© Bearne / XPB ImagesKonstrukteurs-WM wichtiger als Fahrer-WM?
Denn am Ende, so der Brite, wolle man in jedem Rennen am liebsten einen Doppelsieg einfahren, egal, welcher von beiden Piloten am Ende vorne steht. Dabei machte er klar, welche WM für das Team wichtiger sein würde.
„Seltsamerweise geht es nicht um die Fahrerwertung, sondern um die Konstrukteurswertung. Wenn wir das Glück haben, einen Bonus zu gewinnen, dann hängt das von der Platzierung der Konstrukteure ab, nicht von der der Fahrer – dafür bekommen wir nichts, daher dreht sich für uns alles um die Konstrukteurswertung, und Bevorzugung macht für uns in dieser Hinsicht überhaupt keinen Sinn.“
Allison wolle am Ende dafür sorgen, dass man die maximale Punkteausbeute von beiden Fahrern erreichen würde. Sein Boss sorgte am letzten Rennwochenende mit seinen Aussagen für einen leicht anderen Eindruck.
Toto Wolff machte in den vergangenen Wochen zwar klar, dass er glaube und hoffe, dass George Russell zurückschlagen würde, doch gleichzeitig spielte er nach dem Barcelona-GP mit dem Gedanken, den schnelleren Fahrer in Zukunft vorbeizuwinken.
Es scheint noch unklar zu sein, wohin der Weg des Mercedes-Teams in den kommenden Wochen und Monaten geht. Ferrari könnte den Rennstall schon bald zu einer Entscheidung zwingen. Denkt man am Ende wirklich nur an die Konstrukteurs-WM – oder hilft man vielleicht am Ende doch Kimi Antonelli?































