James Vowles machte sich in der Formel 1 vor allem als Renningenieur von Valtteri Bottas einen Namen. Seit 2023 ist er als Teamchef bei Williams unterwegs.
Vowles hat Visionen, um einen der traditionsreichsten Rennställe der Formel 1 wieder an die Spitze zu führen. Doch die Probleme der Gegenwart scheinen ihm so langsam über den Kopf zu wachsen.
James Vowles gibt gerade kein gutes Bild ab. © Bearne / XPB ImagesVowles ist mehr Erklärbär als Führungsfigur
Denn die Entwicklung in dieser Saison ist verheerend. Trotz einer guten Zwischenphase fiel Williams plötzlich in Ungarn sogar hinter Aston Martin zurück und kann trotz des tollen Mercedes-Motors nicht mithalten.
Und James Vowles? Der erklärt immer, fast wie ein Priester, dass man an Lösungen arbeite, und was für eine tolle Arbeit man in der Vergangenheit gemacht habe. Gleichzeitig wird immer wieder die WM-Vision in der Zukunft gepredigt.
Bei den ganzen Erklärungen, die Vowles immer wieder anführt, wird allerdings eines klar: Die ganz große Kritik oder das Feuer, dass sein Team etwas verbessern muss, kommt nahezu nie rüber.
Teamchefs wie Toto Wolff oder Christian Horner haben immer wieder den Finger in die Wunde gelegt, während Vowles eher so wirkt, als wolle er einen Streit schlichten. Die Führungskompetenz könnte im Inneren eine andere sein, doch die Außenwirkung ist derzeit ernüchternd.
Carlos Sainz und James Vowles bilden zurzeit kein perfektes Team. © Bearne / XPB ImagesVergrault man Sainz?
Und das merken auch die Fahrer. Während Alex Albon, auch aufgrund seiner Leistungen, eher die Füße stillhält, macht Carlos Sainz immer wieder klar, wie wenig Spaß er gerade hat.
Und das liegt nicht nur am Reglement. Der Spanier scheint sehr viel Frust zu schieben. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll er mittlerweile das Vertrauen in Williams verloren haben.
Vowles versuchte in den vergangenen Wochen zu zeigen, dass beide Fahrer hinter dem Team stehen. Allerdings ließ er immer wieder verdächtige Hintertürchen auf, falls einer der Fahrer Williams verlassen will.
Der Teamchef versucht zwar, seine Fahrer einzubinden, so gut er kann, am Ende wirkt es aber trotzdem so, als würde der Draht irgendwo fehlen. Die Ausreden und Erklärungen von Vowles werden die Stimmung sicherlich nicht nachhaltig verbessern.
Derzeit wirkt alles so, als würde Sainz nun auf die erste Gelegenheit warten, weiterzuziehen. Der einzige Trumpf von Williams sind die derzeit fehlenden Plätze.
Wie lange kann es bei Williams so noch weitergehen? © Batchelor / XPB ImagesWilliams könnte zu einem Pulverfass werden
Die sportliche Situation, die Außendarstellung und die Zweifel von Carlos Sainz könnten dafür sorgen, dass es bei Williams früher oder später ungemütlich wird.
Das Team, das zusammen mit Ferrari und McLaren die Speerspitze der Traditionsteams der Formel 1 bildet, befindet sich gerade im Niemandsland. Trotz der Visionen wirkt es gerade nicht so, als könnte James Vowles den schlafenden Riesen wieder erwecken.
Wie lange werden die Investoren noch stillhalten? Wie lange kann James Vowles noch erklären, anstatt zu führen? Und was ist der Ausweg oder die Alternativen? Bei Williams stimmt gerade sehr wenig und auch die Fragezeichen werden in den kommenden Wochen und Monaten sicher nicht kleiner.
Ein trauriges Bild. Vowles ist wahrscheinlich nicht mal der Hauptverantwortliche für die Situation, doch wirklich viel traut man ihm auch nicht zu.

































