Mit Ausgabe Nr. 801 verabschieden sich die CHAMP1 NEWS an diesem Freitag in eine zehntägige Sommerpause. Zuvor geht es noch einmal um drei große Themen: Die Rennabsagen im Nahen Osten belasten die Geschäftszahlen der Formel 1 erheblich, Red Bull bereitet sich offenbar auf unterschiedliche Szenarien rund um Max Verstappen vor – und George Russell gerät bei Mercedes im Duell mit Kimi Antonelli zunehmend unter Druck.
Rennabsagen kosten die Formel 1 Millionen
Die Formel 1 hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger umgesetzt als noch im Vorjahreszeitraum. Liberty Media meldet Einnahmen von 1,381 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang um 15 Prozent. Die operativen Einnahmen sanken sogar um 30 Prozent.
Hauptgrund ist der veränderte Rennkalender infolge des Iran-Konflikts. In der ersten Jahreshälfte fanden drei Rennen weniger statt als 2025. Besonders schwer wiegen die Absagen in Saudi-Arabien und Bahrain, da beide Veranstalter hohe Antrittsgebühren zahlen. Allein dadurch könnten der Formel 1 rund 100 Millionen US-Dollar fehlen.
Auch der weitere Saisonverlauf bleibt mit Unsicherheiten verbunden. Saudi-Arabien ist ersatzlos gestrichen, das Bahrain-Rennen soll am 4. Oktober in Malaysia nachgeholt werden. Ob Katar und Abu Dhabi stattfinden können, soll frühestens Mitte September entschieden werden.
Gleichzeitig verweist Liberty Media auf steigende Reichweiten. Die weltweite Sehzeit soll um 13 Prozent gestiegen sein. Formel-1-CEO Stefano Domenicali bestätigte zudem, dass die Zahl der Sprint-Wochenenden ab 2027 erhöht werden soll. Von einem Sprint bei jedem Grand Prix, wie ihn Flavio Briatore fordert, hält die Formel 1 derzeit allerdings Abstand.
©XPB ImagesRed Bull prüft Sainz und Bearman als Verstappen-Alternativen
Die Zukunft von Max Verstappen bleibt auch während der Sommerpause ein zentrales Thema auf dem Fahrermarkt. Der vierfache Weltmeister steht zwar bis Ende 2028 bei Red Bull unter Vertrag, könnte sich über Leistungsklauseln aber möglicherweise früher lösen.
Sky Sports bringt deshalb bereits mögliche Nachfolger ins Spiel. Carlos Sainz und Oliver Bearman gelten demnach als externe Kandidaten, falls Verstappen Red Bull tatsächlich verlassen sollte.
Sainz kennt das Red-Bull-System aus seiner frühen Karriere und verfügt inzwischen über langjährige Formel-1-Erfahrung. Bearman gehört weiterhin zum Ferrari-Umfeld und fährt aktuell für Haas. Als interne Lösung käme Arvid Lindblad infrage, wobei Red Bull gemeinsam mit Isack Hadjar dann auf ein ausgesprochen junges Fahrerduo setzen würde.
Verstappen selbst hält sich mit Aussagen zu seiner Zukunft weiterhin zurück. Auch Juan Pablo Montoya und David Coulthard sehen derzeit keinen zwingenden Grund für einen Wechsel. Beide verweisen darauf, dass Verstappen bei Red Bull eine zentrale Rolle einnimmt und das Team trotz seiner aktuellen Probleme weiterhin über großes Potenzial verfügt.
Parallel baut Red Bull seine Führungsstruktur um. Tom McCullough soll nach seinem Abschied von Aston Martin neuer Head of Race Engineering werden und damit eine wichtige Rolle an der Rennstrecke übernehmen. Hintergrund ist auch der bereits bekannte Wechsel von Gianpiero Lambiase zu McLaren spätestens 2028.
Solange Verstappens Zukunft nicht endgültig geklärt ist, bleibt Red Bull damit für mehrere Szenarien vorbereitet.
©XPB ImagesAntonelli erhöht den Druck auf George Russell
Bei Mercedes hat sich die Ausgangslage gegenüber dem Saisonbeginn deutlich verändert. George Russell galt vor dem ersten Rennen für viele als einer der großen Titelfavoriten. Nach der ersten Saisonhälfte liegt der Brite jedoch auf Rang drei der Fahrerwertung und bereits 59 Punkte hinter Teamkollege Kimi Antonelli.
Johnny Herbert sieht gerade Antonellis Konstanz als großes Problem für Russell. Der 19-Jährige führt die Weltmeisterschaft an und liefert im gleichen Auto regelmäßig Ergebnisse, während Russell durch technische Schwierigkeiten, Ausfälle und schwierige Rennverläufe zurückgeworfen wurde.
Hinzu kommen die anhaltenden Gerüchte um Max Verstappen und Mercedes. Nach Herberts Einschätzung fehlt Russell dadurch zusätzlich die Sicherheit über seine langfristige Position im Team.
Antonelli ist inzwischen nicht mehr der junge Fahrer, der sich am erfahrenen Russell orientieren muss. Der Italiener führt die WM an und hat das interne Kräfteverhältnis deutlich verändert.
Für Russell wird die zweite Saisonhälfte deshalb entscheidend. Er muss den Rückstand auf Antonelli verkürzen und im direkten Vergleich wieder stärker auftreten, wenn er die Diskussionen um seine Zukunft bei Mercedes beenden will.
Mit dieser Ausgabe verabschieden sich die CHAMP1 NEWS für zehn Tage in die Sommerpause. Danach geht es wie gewohnt mit den wichtigsten Nachrichten, Entwicklungen und Hintergründen aus der Formel 1 weiter.
Die komplette Ausgabe Nr. 801 gibt es im Video.

































