Für Audi ist das erste Formel-1-Jahr mehr als ordentlich. Hier und da gab es zwar einige Zuverlässigkeitsprobleme, am Ende kann man allerdings viele positive Dinge, wie die eigene Pace, mit in die zweite Hälfte der Saison nehmen.
Doch der Rennstall will mehr. Wenn Audi im Motorsport an den Start geht, will man auch an die Spitze. Deshalb ist die Erwartungshaltung groß.
Das Audi-Projekt steht noch am Anfang. © Rew / XPB ImagesAudi muss Aufbauarbeit leisten
Auch Teamchef Mattia Binotto machte in den vergangenen Wochen klar, dass der Rennstall in der Zukunft große Ziele habe. In einem Interview mit racingnews365 stellte der Italiener nun allerdings klar, warum die Aufholjagd auf die Topteams wohl noch eine Weile dauern wird.
„Wenn jemand Mercedes, Ferrari oder McLaren besucht und dann uns selbst besucht, wird er erkennen, dass es eine Lücke oder einen klaren Unterschied gibt. Unsere Gebäude, unsere Infrastruktur, sind nicht auf dem Niveau der Top-Teams, aber das ist nicht schlimm.“
Der Ex-Ferrari-Teamchef sagte, dass sich die Teambesitzer dieser Situation auch bewusst wären. Man brauche „mehr Menschen“ und „mehr Raum für Expansion“. Pläne dafür überprüfe man bereits.
Doch Binotto verdeutlichte, dass diese Pläne „nicht über Nacht“ in die Tat umgesetzt werden können. Sobald eine Entscheidung bezüglich einer Expansion vorläge, würde man damit an die Öffentlichkeit gehen.
Audi will wohl schon bald expandieren. © Bearne / XPB ImagesBinotto vergleicht Audi mit Ferrari
Der Italiener zog auch einen interessanten Vergleich, mit seinem Ex-Team. Für die Scuderia fing er im Jahr 1995 an zu arbeiten.
„Als ich eingestiegen bin, war das für mich so, wie bei Ferrari 1995. Es ist eine alte und kleine Fabrik, wenige Menschen, daher ist der Vergleich für mich wirklich passend. Also der Unterschied zwischen Ferrari von 1995 im Vergleich zu Ferrari von heute.“
Zurzeit würde sich das Team in die richtige Richtung entwickeln. Binotto zeigte sich stolz bezüglich der Entwicklung Audis. In der Fabrik würde vieles passieren, „was weder Medien, noch Fans sehen“.
Für ihn sei das Ziel, 2030 um die WM zu kämpfen, „durchaus erreichbar“, und es sei derzeit auch ein „konkretes Ziel“. Am Ende wird die Frage sein, inwieweit die Geduld dann doch reicht. Denn der kurze Geduldsfaden gehört zu den größten Schwächen, die die Formel-1-Teams in der Vergangenheit hatten.

































