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Formel 1 News

Aufstand gegen die neue Formel 1! Verstappen, Norris und Hamilton rechnen nach dem Saisonauftakt ab

Verstappen, Norris und Hamilton schlagen nach dem Saisonauftakt Alarm: Der eine vermisst die „echte Formel 1“, der andere warnt vor Chaos und Crashes – und Hamilton stellt sogar die Fairness des neuen Reglements infrage und schießt dabei (auch) gegen sein Ex-Team.

© IMAGO / ANP / XPB Images / Bearne / Coates

Der Saisonauftakt der neuen Formel-1-Ära ist gefahren – und schon nach dem ersten Rennwochenende steht fest: Die neue Generation der Königsklasse spaltet das Feld.

Max Verstappen kritisiert das Fahrgefühl.
Lando Norris warnt vor gefährlichen Situationen im Rennen.
Und Lewis Hamilton stellt sogar die Fairness des neuen Kräfteverhältnisses offen infrage.

Mit anderen Worten: Die Kritik kommt inzwischen von mehreren Seiten – und sie trifft die neue Formel 1 ins Mark.

Verstappen bleibt bei seinem harten Urteil

Schon nach den Testfahrten hatte Max Verstappen die neue Generation scharf angegriffen. Nach dem Saisonauftakt in Melbourne legte der Niederländer nun nach.

Ein Software-Fehler sorgte für den Quali-Crash von Max Verstappen | © Charniaux / XPB Images

Zwar zeigte der Red-Bull-Star sportlich eine starke Reaktion und kämpfte sich nach seinem Qualifying-Debakel von Startplatz 19 noch auf Rang sechs nach vorne. Doch zufrieden klang er hinterher trotzdem nicht.

Trotz einer grandiosen Aufholjagd erneuerte der viermalige Weltmeister seine Kritik | © IMAGO / Sports Press Photo

Am Mikrofon von Sky sagte Verstappen mit hörbarer Ironie:

„Es war super. Ja, viel Spaß! Es war eigentlich ein Toprennen.“

Der viermalige Weltmeister machte anschließend erneut deutlich, was ihn an den neuen Autos stört: Statt konstant am Limit zu fahren, müssen die Piloten ihre Energie permanent einteilen, Tempo herausnehmen und Batterie-Management betreiben.

„Ich liebe den Rennsport“, sagte Verstappen und ergänzte: „Ich hoffe nur, dass etwas unternommen wird, denn ich bin nicht der Einzige, der das sagt.“

Besonders deutlich wurde der Niederländer mit Blick auf das Selbstverständnis der Königsklasse:

„Fahrer und Fans wollen nur das Beste für den Sport. Wir sind nicht einfach nur um der Kritik willen kritisch. Wir sind aus gutem Grund kritisch, denn wir wollen, dass es die Formel 1 bleibt, also die richtige Formel 1 auf Steroiden.“

Damit griff Verstappen erneut seine frühere Formulierung auf, mit der er die neuen Autos bereits als „Formel E auf Steroiden“ verspottet hatte.

Weltmeister Lando Norris hatte am ersten Rennwochenende der Saison wenig zu lachen | © Moy / XPB Images

Norris schlägt Alarm: „Irgendwann geht etwas schrecklich schief“

Auch Weltmeister Lando Norris fand nach Melbourne drastische Worte – obwohl das Rennen selbst durchaus Action bot.

Der McLaren-Pilot störte sich vor allem an den unnatürlichen Tempounterschieden, die durch das Energie-Management entstehen. Wenn Fahrer plötzlich langsamer werden, um ihre Batterie aufzuladen, entstehen aus seiner Sicht gefährliche Situationen.

„Viel zu chaotisch. Es ist ein Chaos, es kommt zu schweren Unfällen. Man fährt und wartet nur darauf, dass etwas passiert und etwas schrecklich schiefgeht.“

Norris befürchtet vor allem heftige Auffahrunfälle, wenn Autos abrupt Tempo verlieren und die Verfolger mit deutlich höherer Geschwindigkeit ankommen.

„Das ist keine schöne Situation, aber wir können im Moment nichts daran ändern.“

Noch klarer wurde der McLaren-Star in einer weiteren Einordnung:

„In meinen Augen war das Ganze zu künstlich. Es war ein Chaos, und irgendwann wird es einen grossen Crash geben.“

Damit richtet sich seine Kritik weniger gegen das reine Fahrgefühl – sondern direkt gegen die Art, wie die Rennen durch das neue System beeinflusst werden.

Kritische Worte nach dem Qualifying in Melbourne | © Bearne / XPB Images

Hamilton geht noch weiter – und zweifelt an der Fairness

Während Verstappen und Norris vor allem die neue Fahrzeuggeneration selbst attackieren, setzt Lewis Hamilton an einer anderen Stelle an.

Der Ferrari-Star äußerte nach dem Melbourne-Qualifying offen den Verdacht, dass Mercedes vom umstrittenen Thema rund um das Verdichtungsverhältnis profitieren könnte.

© Formula1.com

Hintergrund ist die bekannte Debatte um die Kompression des Motors: Offiziell ist ein Verhältnis von 16:1 erlaubt, gemessen wird bislang jedoch bei Umgebungstemperatur. Im Fahrerlager wird seit Wochen darüber spekuliert, dass Mercedes im Betrieb effektiv höhere Werte erreichen könnte – und damit einen spürbaren Leistungsvorteil hätte.

Der Mercedes-Pilot war am Samstag nicht zu schlagen | © Bearne / XPB Images

Dass George Russell im Qualifying von Melbourne mit fast acht Zehnteln Vorsprung auf den drittplatzierten Isack Hadjar die Pole holte, ließ Hamilton aufhorchen.

„Ich verstehe das nicht ganz. Sie haben in den Tests nicht gezeigt, dass sie so viel schneller sein können, und jetzt haben sie diese zusätzliche Leistung plötzlich gefunden.“

Dann wurde Hamilton deutlich:

„Ich hoffe, es ist nicht diese Sache mit dem Verdichtungsverhältnis. Hoffentlich ist es reine Leistung und wir müssen nur besser werden.“

Und weiter:

„Aber wenn es die Sache mit der Verdichtung ist, dann bin ich enttäuscht, dass die FIA das zugelassen hat, da es nicht den Regeln entspricht.“

Besonders brisant: Hamilton sieht in einem möglichen Mercedes-Vorteil sogar einen Faktor, der die frühe Phase der Saison massiv prägen könnte.

„Dann ist die Saison gelaufen.“

Diesen Satz relativierte er zwar sofort etwas, machte aber klar, worum es ihm geht: Wer in den ersten sieben Rennen auf eine Runde eine Sekunde verliere, gebe bereits früh enorm viele Punkte ab.

Der Brite kann die Kritik nicht verstehen | © Bearne / XPB Images

Russell hält dagegen

Wenig Verständnis für die Kritik von Verstappen und Norris zeigte ausgerechnet Melbourne-Sieger George Russell.

Der Mercedes-Pilot erinnerte daran, dass in der Formel 1 fast jede Reglement-Ära zunächst für Unzufriedenheit gesorgt habe – und deutete an, dass manche Kritik auch vom eigenen Resultat abhänge.

„Nun, wenn er das Rennen gewonnen hätte, dann würde er wohl anders reden“, sagte Russell mit Blick auf Norris.

Sein Fazit:

„Wir sind doch alles Egoisten.“

Russell argumentiert, dass die Formel 1 nie allen gleichzeitig gefallen werde – und dass man einem neuen Reglement erst einmal Zeit geben müsse.

Klar dürfte sein: Die Formel 1 wird über das gesamte Jahr hinweg für Gesprächsstoff sorgen |© Moy / XPB Images

Die neue Formel 1 startet – und die Debatte gleich mit

Schon nach dem ersten Wochenende ist klar: Diese Formel-1-Ära wird nicht nur sportlich diskutiert werden.

Verstappen zweifelt an der DNA der Königsklasse.
Norris warnt vor künstlichem Chaos und gefährlichen Situationen.
Hamilton stellt sogar die Fairness der frühen Saisonphase infrage.

Drei Topfahrer, drei unterschiedliche Kritikpunkte – aber ein gemeinsamer Nenner:

Die neue Formel 1 hat ihr erstes Rennen hinter sich.
Und ihre erste große Grundsatzdebatte gleich mit.

CHAMP1 blickte am Sonntagmorgen (08.03.) in seiner Highlight-Sendung ausführlich auf das erste Saisonrennen 2026.
Die Qualifying-Highlights bei CHAMP1 vom gestrigen Samstag (07.03.)
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Timo Chris Heuberger
Timo Chris Heuberger ist Gründer und Geschäftsführer von CHAMP1 Network Germany sowie Journalist und Moderator. Als kreativer und publizistischer Kopf hinter CHAMP1 prägt er seit der Gründung die Entwicklung des digitalen Formel-1-Medienangebots und steht für eine unabhängige, fundierte und meinungsstarke Motorsportberichterstattung. Mit seiner Erfahrung aus dem professionellen Fernseh- und Medienumfeld verbindet Heuberger journalistische Präzision mit der Dynamik moderner Nachrichtenformate. Sein Schwerpunkt liegt auf der Einordnung aktueller Entwicklungen, der Analyse sportlicher und politischer Hintergründe sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den Akteuren der Formel 1. In seinen Sendungen und Interviews spricht er regelmäßig mit Fahrern, Teamverantwortlichen, Entscheidungsträgern und renommierten Motorsportexperten – direkt, sachkundig und auf Augenhöhe.
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