Esteban Ocon verließ Haas am vergangenen Wochenende in Mexiko – und das nicht freiwillig. Viele Gerüchte haben sich um das Aus des Franzosen herum gebildet, und niemand scheint wirklich zu wissen, was der endgültige Grund für die Trennung war. Ayao Komatsu, Haas-Teamchef, hat nun erklärt, wie er die Situation dem Team vorstellte.
Rafael Camara feiert an diesem Wochenende sein Debüt bei Haas. © Rew / XPB ImagesOcon dementiert eine körperliche Auseinandersetzung
Nachdem Ocon am Samstag den Mexiko-Grand-Prix verlassen hatte, kamen Meldungen auf, wonach er Komatsu angeblich an der Schulter angefasst haben solle. Ocon dementierte dies allerdings in einem Statement auf Social Media.
Aufgrund des andauernden Prozesses rund um die Vertragsauflösung könne Komatsu auch in Sao Paulo nichts Genaueres sagen. In einer Medienrunde erklärte er jedoch, die richtige Entscheidung sei getroffen worden.
Letztendlich bin ich der Teamchef, und bei jeder Entscheidung, die ich treffe, frage ich mich: ‚Was muss ich tun, um im besten Interesse dieses Teams zu handeln?‘ In diesem Sinne verschaffte mir das Klarheit – ich wusste genau, was ich tun musste. Ich muss meine Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage von Professionalität treffen. Darauf komme ich immer wieder zurück. Natürlich ist es nicht einfach, aber zumindest habe ich ein gutes Gewissen. Ich kann nicht ins Detail gehen, aber so ist die Formel 1: Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Ich betrachte jede neue Herausforderung als Chance, dazuzulernen und das Richtige zu tun. Das soll nicht heißen, dass ich die Situation, die sich in Mexiko ereignet hat, absichtlich herbeigeführt habe. Aber ich trage nun einmal Verantwortung, also muss ich zu 100 % professionell bleiben und eine Entscheidung zum Wohle des Teams treffen.
Schock beim Haas Team
Doch eine Erklärung gab Komatsu nun ab. Die Veröffentlichung des Wechsels an das gesamte Haas-Team sei ihm nicht leicht gefallen. Doch da es mitten im Rennwochenende war, musste Ersatzfahrer Ryo Hirakawa auf das Qualifying und das Rennen vorbereitet werden. Darauf lag sein Fokus, so Komatsu.
Ich habe nun schon fast zwei Jahre mit Esteban zusammengearbeitet, und das hat mich viel gelehrt. Als ich am Samstagmorgen den Jungs und Mädels hier mitteilen musste, dass Esteban nicht mehr fährt, waren alle überrascht, aber ich konnte keine Details nennen. Normalerweise möchte ich so transparent wie möglich sein, aber in diesem Fall ging das nicht. Ich sagte: ‚Ich bitte euch nur, Ryo alles zu geben.‘ Aber es ist einfach großartig, wie sie das umgesetzt haben. Das Team hat diesen Punkt [aus Mexiko] verdient und ist in guter Stimmung. Alle sind voll konzentriert. Ich weiß nicht, ob sich die Atmosphäre verändert hat, aber das Team ist auf einem guten Weg.
An diesem Wochenende in Brasilien sitzt Rafael Camara im Cockpit, der auch 2027 für Haas fahren wird.































