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„Nicht akzeptabel“: Isola erklärt Regenreifen-Problematik in der Formel 1

In den letzten Jahren wurden viele Rennen aufgrund des Regens unterbrochen oder abgebrochen. Reifen-Guru Mario Isola verrät, was das Problem ist.

© IMAGO / eu-images / XPB Images

Mario Isola wird Pirelli im Sommer nach 30 Jahren verlassen. Der Italiener gilt als die Stimme, wenn es um die Reifen in der Formel 1 geht.

Champ1 durfte ein Interview mit der Pirelli-Ikone führen, in dem auch über eine ganz bestimmte Problematik gesprochen wurde. Denn in den vergangenen Jahren kam es bei Regenrennen immer wieder zu Verschiebungen und Abbrüchen, was vor allem Fans, die Action sehen wollen, aufregte.

Pirelli-Ikone Mario Isola.Mario Isola will gewährleisten, dass die Fahrer mit den Reifen sicher ins Ziel kommen. © IMAGO / MAXPPP

Isola will Sicherheit für die Fahrer gewährleisten

Mario Isola hat eine ganz klare Antwort, warum es bei den Regenreifen derzeit keine perfekte Lösung geben kann.

„Erstens ist es sehr schwierig, Regenreifen zu testen und zu entwickeln, da wir nur sehr begrenzte Möglichkeiten und nur sehr wenige Strecken haben, auf denen wir sie testen können. Nur Strecken, auf denen wir über Sprinkleranlagen oder ein System verfügen, das eine gleichbleibende Wassermenge auf der Strecke gewährleistet, kommen in Frage. Daher ist es sehr schwierig, einen Regenreifen zu entwickeln. Der andere Punkt betrifft die Sichtverhältnisse. Und es gab im letzten Jahr und in den Jahren zuvor viele Diskussionen über die Fahrzeuge der alten Generation mit großen Diffusoren, die viel Wasser in die Luft spritzten.“

Viele Fahrer hätten, vor allem im hinteren Teil des Feldes, so gut wie keine Sicht. Die Formel 1 legt heutzutage viel Wert auf die Sicherheit. „Und ich stimme dieser Haltung voll und ganz zu“, stellt Isola klar. Fahrer hätten vor 30 Jahren mit viel Risiko bei diesen Bedingungen fahren müssen, das sei heute nicht mehr so.

Könnte ein Super-Intermediate eine Lösung sein? © IMAGO / Jan Huebner

Nur ein Profil als Lösungsansatz?

Laut Isola hat es in der Vergangenheit eine mögliche Lösung gegeben, die Pirelli mit den Verantwortlichen besprochen hat.

„Deshalb haben wir auch mit den Teams, der FIA und allen Beteiligten gesprochen und vorgeschlagen, nur ein einziges Profilmuster für nasse Bedingungen zuzulassen – was wir manchmal als ‚Super-Intermediate-Reifen‘ oder so ähnlich bezeichnet haben. Das ist im Grunde ein Intermediatreifen mit besserer Aquaplaning-Resistenz, um nur ein Profil zu haben, mehr Reifensätze pro Auto zur Verfügung zu stellen und einen Reifen zu bieten, der sowohl bei voll nassen Bedingungen als auch beim Übergang zu trockenen Bedingungen funktioniert. Aber niemand möchte die Einsatzmöglichkeiten einschränken.“

Denn es würde laut Isola ein Problem geben: In Situationen, in denen der Vollregenreifen funktionieren würde und auch die Sichtverhältnisse ein Rennen zulassen würden, könnte es sein, dass das „Ein-Profil-Reifenmuster“ nicht zum Einsatz kommen könne, weil der Reifen nur eine Kompromisslösung sei. Deshalb wolle niemand die möglichen Einschränkungen hinnehmen.

Sorgen die neuen Autos für andere Sichtervhältnisse bei Regen? © Bearne / XPB Images

Neue Autos könnten für Veränderungen sorgen

Doch noch gibt es Hoffnung, dass wir die Vollregenreifen in Zukunft öfter auf der Strecke sehen könnten.

Denn laut Isola könnte die „neue Fahrzeuggeneration, die sich durch schmalere Reifen und einen anderen Unterboden auszeichnet“, eine Veränderung mit sich bringen. Man müsse schauen, wie sich die Sichtverhältnisse mit den neuen Autos entwickeln würden.

Vielleicht sehen wir ja bereits in Miami am Wochenende das erste richtige Regenrennen der neuen Formel-1-Saison. Dann werden auch Isola und seine Kollegen genau hinschauen. Ein Rennen, das auch bei schwierigen Wetterbedingungen stattfinden kann, wäre auf jeden Fall ein weiterer Spannungsfaktor, der die Formel 1 unterhaltsamer machen würde.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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