Der Media Day vor dem Großen Preis von Montreal konnte mal wieder die ein oder andere Frage beantworten. Prominente Namen wie Lewis Hamilton oder George Russell gaben sich an diesem Donnerstag die Ehre.
Auffallend waren der Optimismus und die Vorfreude, die jeder der anwesenden Fahrer versprühte – egal, wie die aktuelle sportliche Situation aussieht. Es wirkte fast so, als wäre der Kampfgeist geweckt.
Lewis Hamilton denkt noch nicht an einen Rücktritt. © IMAGO / DeFodi Images„Gewöhnt euch besser daran“: Hamilton kontert Rücktritts-Gerüchte
Lewis Hamilton, der zusammen mit seinem Ex-Teamkollegen Valtteri Bottas und Aston-Martin-Pilot Lance Stroll auf der Pressekonferenz zu Gast war, wurde auf die Rücktritts-Gerüchte angesprochen, die zurzeit durch den Formel-1-Kosmos kreisen.
Der Brite machte klar, dass er noch einen Vertrag habe. Er sei weiterhin „konzentriert, ich bin nach wie vor motiviert, und ich liebe meine Arbeit nach wie vor von ganzem Herzen“.
„Ich werde noch eine ganze Weile hier sein, also gewöhnt euch besser daran. Es gibt viele Leute, die versuchen, mich in den Ruhestand zu schicken, aber daran denke ich nicht einmal. Ich denke bereits darüber nach, was als Nächstes kommt, und plane für die nächsten fünf Jahre. Aber ja, ich habe immer noch vor, noch eine ganze Weile hierzubleiben.“
Nach einem Rücktritt nach dieser Saison klingt das eher nicht. Hamilton hatte zwar in den letzten Rennen wieder das ein oder andere Problem, feierte in China allerdings auch sein erstes Podium für Ferrari. In den kommenden Wochen wird er es Experten wie Ralf Schumacher, die ihm einen Rücktritt nahegelegt haben, zeigen wollen.
Fährt George Russell bald auf dem Nürburgring? © IMAGO / DeFodi ImagesRussell offen für Verstappen-Kooperation
George Russell gab sich im Anschluss gemeinsam mit Pierre Gasly und Rookie Arvid Lindblad die Ehre. Die kuriose Frage, ob er sich vorstellen könnte, eines Tages mit seinem Rivalen Max Verstappen in einem Team auf dem Nürburgring zu fahren, beantwortete der Brite überraschend.
„Sag niemals nie. Wer weiß? Max gehört natürlich zu den Allerbesten, und vergangenes Jahr wurde ich oft gefragt, wie es wohl wäre, sein Teamkollege zu sein, aber dabei ging es eher um die Formel 1 als um die Frage, ob wir uns einen Platz teilen würden. Ich bin auf jeden Fall offen dafür.“
Fraglich allerdings, ob ein Team das Risiko eingehen würde, die Streithähne der letzten Jahre ins selbe Cockpit zu setzen. Einen Unterhaltungswert hätte eine solche Konstellation allerdings allemal.
Kimi Antonelli (r.) bereitet Russell (l.) Probleme. © IMAGO / NurPhotoRussell denkt nicht an WM
Doch nun will Russell erst einmal seine Ziele in der Formel 1 erfüllen. Zurzeit befindet er sich zwar auf Rang zwei der Fahrermeisterschaft – doch sein Teamkollege Kimi Antonelli hat ihm zurzeit den Rang abgelaufen. Doch der Brite bleibt gelassen.
Für ihn sei es nur ein „weiteres Rennwochenende“ und er denke nicht an die WM.
„Ich sehe mich selbst als meinen größten Konkurrenten. Wenn ich alle meine Ziele erreiche, weiß ich, dass ich jeden schlagen kann. Ich konzentriere mich nicht darauf, wo ich anderen überlegen bin, sondern darauf, wie ich das Beste aus mir selbst, meinen Ingenieuren und meinem Fahrzeug-Setup herausholen kann … Und wenn ich das schaffe, kann ich gewinnen.“
In Montreal kann Russell zurückschlagen, doch auch Kimi Antonelli wird motiviert sein, seinen vierten Sieg in Folge zu holen.
Beim Media Day in Montreal war die Laune gut. © IMAGO / PsnewZHamilton, Lindblad und Stroll schwärmen von Montreal
Ein roter Faden, der sich durch alle Pressekonferenzen zog, war das Lob für die Strecke in Kanada. Hamilton, der bei seinem sechsten Karriere-Rennen seinen Debütsieg in Montreal feierte, lobte die Stimmung in der Stadt und freut sich auf den Besuch seiner Mutter an diesem Wochenende.
Auch Arvid Lindblad freut sich auf die „großartige Strecke“ und hofft, dass ein Team am Wochenende Fortschritte machen kann. Und natürlich kann auch Lance Stroll sein persönliches Heimspiel kaum erwarten.
„Es ist großartig, ich freue mich die ganze Saison über auf dieses Wochenende. Es ist mein Lieblingswochenende im Jahr, ich liebe die Strecke und die Atmosphäre ist einfach elektrisierend – schon bei der ersten Auslaufrunde im ersten freien Training spürt man die Energie der Rennstrecke.“
Für den Kanadier wird es aber wahrscheinlich nur wieder darum gehen, ins Ziel zu kommen. Es ist mehr als fraglich, ob Aston Martin an diesem Wochenende schon den Anschluss ans Mittelfeld findet.
Antworten auf die Hierarchie der Teams wird man am Media Day ohnehin nicht bekommen. Diese gibt es erst auf der Strecke. Das 1. Freie Training und das Sprint-Qualifying warten am morgigen Freitag auf die Fahrer.
































