Auch in dieser Woche war in der Formel 1 so einiges los. Der Große Preis von Monaco ragte noch ins Barcelona-Wochenende hinein.
Außerdem wurde wohl eine ADUO-Entscheidung getroffen, die durch ein Team allerdings noch nicht offiziell ist. Charles Leclerc und Fernando Alonso zweifeln indes auch an ihren Entscheidungen, während die Formel 1 zwei wichtige Deals verkündet. Unser Wochenrückblick.
© IMAGO / ANPGasly bekommt Monaco-Podium zurück – folgen Einsprüche anderer Teams?
Das Thema, das in dieser Woche wohl am heißesten diskutiert wurde, war die Pitlane-Farce in Monaco. Zahlreiche Fahrer wurden aufgrund einer angeblichen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse bestraft.
Pierre Gasly verlor wegen zwei Fünf-Sekunden-Strafen sogar ein sensationelles Podium. Doch schnell wurden Stimmen laut, die die Messung in der Boxengasse anzweifelten.
Alpine legte Protest ein und die FOM, die für die Zeitmessung zuständig war, gab einen Fehler zu, nachdem der Rennstall neue Beweise vorgelegt hatte. Dem Right of Review wurde stattgegeben und die FIA entschied wenige Stunden danach, dass Pierre Gasly seinen Platz auf dem Podium zurückbekommt.
Doch zahlreiche Teams wollen eventuell Protest einlegen. Vor allem McLaren, Red Bull und Mercedes können die Entscheidung nicht verstehen. Sie monieren, dass man in diesem Fall auch andere Strafen zurücknehmen müsse und es außerdem Fahrer gebe, die die Fünf-Sekunden während des Rennens abgesessen hätten.
Die Diskussionen um die Pitlane-Farce sind noch nicht vorbei – sie könnten sogar in die nächste Runde gehen.
© IMAGO / NurPhotoLeclerc-Kritik sorgt für Bremsen-Zoff
Auch Charles Leclerc hat das Monaco-Wochenende noch lange beschäftigt. Der Monegasse, der aufgrund eines Unfalls beim Heimspiel ausschied, sorgte mit einer Bremsen-Entscheidung für Wirbel.
Nachdem der Ferrari-Star seine Bremsen offiziell kritisierte, entschied er sich, wie Lewis Hamilton, nicht für Bremsscheiben von Brembo, sondern für welche von Carbon Industries zu setzen.
Brembo meldete sich mit einem offiziellen Statement zu Wort und war alles andere als begeistert von der Ansage von Leclerc. Der Bremsenwechsel könnte also früher oder später zu einem Politikum bei der Scuderia werden.
Geholfen hat es dem Monegassen bislang übrigens nur teilweise. Zwar war die Pace von Leclerc bislang gut, doch im Qualifying schied er durch einen Fehler in Q3 aus.
© IMAGO / Ricardo Larreina AmadorMercedes erhält wohl ADUO – Red Bull zweifelt am Ergebnis
Laut übereinstimmenden Medienberichten soll eine ADUO-Entscheidung gefallen sein. Und die traf das Paddock wie ein Schlag. Denn nicht Mercedes, sondern Red Bull soll den besten Motor des Feldes haben.
Mercedes soll sogar ADUO erhalten und darf damit in diesem Jahr und im nächsten Jahr ein Update an den Start bringen. Alle anderen Teams bekommen zwei Updates, jeweils 2027 und 2028.
Doch Red Bull scheint mit dieser Entscheidung nicht ganz einverstanden zu sein. Deshalb ist der Rennstall wohl gegen das Ergebnis vorgegangen und will der FIA eigene Daten vorlegen, die beweisen, dass Mercedes stärker ist. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.
© IMAGO / Marco CanonieroKehrt Alonso zu einem Ex-Team zurück?
Ein Gerücht, das während des Rennwochenendes in Barcelona aufgekommen ist, ist ein möglicher Alonso-Abschied von Alpine. Der Spanier soll laut Motorsport Italia mit einem Aston-Martin-Abschied kokettieren.
Grund ist der Zustand des Teams. Ein großes Update, das im Juli kommen soll und die Philosophie des Autos noch einmal auf links dreht, könnte die letzte Hoffnung für Aston Martin sein.
Bei der Media-Day-Pressekonferenz machte der Spanier klar, dass es auch sein letztes Barcelona-Wochenende sein könnte. Spielt er vielleicht sogar mit dem Gedanken, seine Karriere zu beenden? In der Sommerpause will Alonso wohl über seine Zukunft in der Formel 1 nachdenken.
© IMAGO / ANPRegeländerungen für 2027 und 2028 in der Formel 1 beschlossen
Doch es gab in dieser Woche auch Entscheidungen, die offiziell getroffen wurden. Dazu gehören zum Beispiel die Regeländerungen, die im nächsten Jahr eingeführt werden.
Denn laut der offiziellen Stellungnahme der FIA soll das Verhältnis von Verbrenner und MGUK 2027 bei 58/42 liegen. Die maximale Power des Verbrennungsmotors erhöht sich von 400 auf 120 kW, der Treibstoffdurchfluss wird um 5 Prozent erhöht.
Außerdem wird die Leistung des Elektromotors von 350 auf 300 kW maximaler Power im Normalzustand abgesenkt. Während des Overtake-Modes soll die Grenze von 350kW Leistung erhalten bleiben. Außerdem soll die Batterie während des Bremsens 375 anstatt 350 kW aufladen können.
2028 soll dann das Verhältnis von 58/42 auf 60/40 ansteigen. 450kW Maximalpower und 13 Prozent mehr Treibstoffdurchfluss sollen den Verbrenner weiter verstärken. Beim Elektromotor soll sich zwischen 2027 und 2028 nur die maximale Ladepower von 375 auf 400 kW erhöhen. Wie sich die Änderungen auswirken, wird man erst in der kommenden Saison sehen.
© IMAGO / PsnewZFormel 1 verlängert mit Pirelli
Und auch beim Reifen-Thema gibt es neue Entwicklungen. Denn Pirelli bleibt bis zum Ende der Saison 2028 an der Seite der Formel 1.
Stefano Domenicali freute sich in einem offiziellen Statement über die Verlängerung.
„Wir blicken auf eine unglaubliche Geschichte und Partnerschaft mit Pirelli zurück und vertrauen seit vielen Jahren auf deren technische Kompetenz sowie deren Fokus auf Leistung, Innovation und Nachhaltigkeit. Daher freue ich mich sehr, dass die FIA und wir diese Zusammenarbeit um ein weiteres Jahr verlängern werden.“
Der Reifenlieferant bleibt weiterhin exklusiv an der Seite der Formel 1. Einen Reifenkrieg oder Ähnliches zwischen mehreren Herstellern, den sich viele zurückwünschen, wird es also vorerst nicht noch einmal geben.
Die Formel 1 setzt auf altbewährte Kräfte und zurrt die Zukunft fest, während im Fahrerlager andere Themen die Woche bestimmten. Auch nach Barcelona wird es wieder die ein oder andere Entwicklung geben – so langsam gehen wir auf die Silly-Season zu.




































